Nicht bei den Schwächsten sparen!

26.09.2017
Mit einer Aktion vor der Grossratssitzung vom 26. September ermahnte das Netzwerk Sozialer Aargau das Kantonsparlament, nicht bei den schwächsten Mitliedern der Gesellschaft zu sparen.
 
Das Netzwerk Sozialer Aargau - bestehend aus 10 Hilfswerken und Non-Profit-Organisationen - fordert das Kantonsparlament auf weitsichtig zu planen und deshalb nicht bei den schwächsten Mitglieder unserer Gesellschaft zu sparen. Konkret kritisiert es folgende Massnahmen:
  • Die Beiträge für nachweislich wirksame Schuldenberatungen und Schuldenprävention an die Schuldenberatung Aargau/Solothurn sollen komplett gestrichen werden. Alle umliegenden Kantone leisten weiterhin Beiträge an ihre Schuldenfachstellen.
  • Die Beiträge an Pro Infirmis Aargau für die Beratung von gesundheitlich eingeschränkten Personen, die keine oder noch keine IV-Rente erhalten, damit diese wieder die persönliche und berufliche Selbständigkeit erlangen, sollen vollumfänglich gestrichen werden.
  • Die Reduktion des Verpflegungs- und Taschengelds für Asylsuchende soll um 10% von 10 Franken auf 9 Franken pro Tag gekürzt werden. Es handelt sich dabei um Bundesgelder, die so direkt in die Aargauer Staatskasse fliessen. Jede/r Asylsuchende müsste somit täglich mit 1 Franken zum Sparen im Kanton beitragen. Im Vergleich dazu erhalten Asylsuchende im Kanton Solothurn pro Tag Fr. 13.50 also 50% mehr.
  • Am 26. September wird zudem das Stipendiengesetz in zweiter Lesung verabschiedet. Gemäss Vorschlag der Regierung sollen neu 1/3 der Stipendien nur noch als rückzuzahlende Darlehen ausbezahlt werden. Dies beeinträchtigt die Chancengleichheit von sozial benachteiligten Studierenden.
 
Das Netzwerk Sozialer Aargau ist besorgt über die Vorschläge der Regierung und appelliert an den Grossen Rat, nicht bei den Schwächsten zu Sparen, die Folgekosten könnten sonst höher sein als die eingesparten Mittel.
 
Weitere Informationen unter www.netzwerk-sozialer-aargau.ch